Wir sitzen gerade im Flugzeug zurück in die Schweiz und hier, irgendwo zwischen Muskat und Zürich passierte es dann: wir hatten eine Begegnung mit Batman! Und weil ich schon geahnt hatte, dass ihr mir das wieder nicht glaubt, gibt’s hier den ultimativen Beweis, ganz ohne Photoshop, ein Bild lügt nicht:

Okay, das ist jetzt nicht so spektakulär. Es handelt sich um eine Stadt in der Türkei und wir flogen da gerade drüber als ich die Flight Map öffnete. Und im ersten Moment dachte ich, der Alkohol bekommt mir nicht. Mein erster Rotwein seit 2 Wochen, da kann man schon mal halluzinieren. Also mein Entzug im Oman war nicht wirklich freiwillig. Vielmehr liegt es daran, dass es im Oman schlicht keinen Alkohol gibt. Mit Ausnahme ganz weniger Lokale, in denen nichtmuslimische Touristen verkehren. In diesen wiederum haben wir nicht verkehrt und so sind sich Alkohol und ich erfolgreich aus dem Weg gegangen. Was mir ehrlich gesagt nicht geschadet hat und es hat mir auch eigentlich nichts gefehlt.
Und dem Marco hat auch nichts gefehlt, weil alkoholfreies Bier gibt es im Oman in jedem noch so kleinen Dorfladen. Allerdings muss man beim Kauf höllisch aufpassen, dass man nicht nur alkoholfreies Bier erwischt (was Anderes gibt’s eh nicht), sondern auch geschmackfreies. Und das hat so seine Tücken. Da hat uns nämlich Gabi drauf hingewiesen. Ihr erinnert euch sicher an Gabi aus unserem Dorf in der Schweiz: wir waren Gabi nebst Familie auf dem Flug in den Oman begegnet – die Welt ist klein.

Also das mit dem Bier: das gibt es hier in ganz wilden Geschmacksrichtungen. Mit Himbeer, Granatapfel, Heidelbeer, Apfel und was weiß ich noch was alles: Gabi und ihr Ehemann trinken wohl auch gerne mal alkfreies Bier und da sind sie aus Versehen an diese wilden Geschmacksrichtungen geraten und sie fanden das ganz schlimm und haben uns dringend davor gewarnt.

Am allerletzten Abend – Marco und ich wollten vorn auf der Düne von As-Sifah noch einen Absacker nehmen und die Feriennachbesprechung machen – stellte Marco fest, dass er aus Versehen ein Apfelbier erwischt hat. Oh Schreck! Es war schon dunkel und der Mond nicht hell genug, drum kann ich euch sein Gesicht leider nicht Beschreiben. Aber die Begeisterung hielt sich in Grenzen 🤪
Aber wahrscheinlich interessieren euch unsere Biersorten weniger, als was im Oman sonst noch alles passiert ist und da schwenke ich mal unauffällig auf ein sandiges Thema:
Wahiba Sands
Das ist der grosse Sandkasten des Oman. Die Wahiba nimmt knapp 5 Prozent der omanischen Landfläche ein und ist fast so schön wie die Namib. Im internationalen Wüstenvergleich ist sie allerdings eher klein, weshalb unser Reiseführer sie liebevoll als Sankasten bezeichnet. Von oben sieht sie ganz speziell aus, wie eine gestreifte Muschelschale:

Der Zugang zur Wüste ist nicht ganz einfach. Man muss über einen sehr grossen Sandwall fahren. Das ist wie ein erster Test und wir fanden es äusserst sinnvoll, dass dieser grad am Anfang der Wüste ist. Wenn man diese Hürde geschafft hat, ist es nachher realtiv einfach zu fahren. Vorausgesetzt man hat 4×4 und lässt vorher ordentlich Luft aus den Reifen.


Für uns war sie ein riesiger Sankasten mit vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten.
Man kann:
Quadfahren: haben wir heuer nicht gemacht, war zu teuer
Spuren im Sand lesen und anschließend versuchen, die irgendeinem Tier zuzuordnen

Also hier muss ich noch dazu erwähnen, dass ich bei den meisten Spuren komplett keine Ahnung hatte, wer sie hinterlassen haben könnte. Und da dachte ich, ich zeige sie mal dem ChatGPT, der hat sicher eine Idee. Und der hatte sogar ganz viele Ideen! Allerdings etwas abenteuerliche. Das gipfelte in der Spur eines Wüstenigels, wo er vom Kamel bis zu Gorillatapsen sämtliche Unmöglichkeiten auflistete. Ich habe ihn dann beschimpft und gesagt, er ist keine künstliche Intelligenz sondern eine künstliche Blödheit und jetzt redet er nicht mehr mit mir…
Aber vor allem kann man in der Wüste Kamelreiten. Da hatten wir eigentlich bissl Respekt davor, weil ich ganz viele Leute kenne, die schon vom Kamel gefallen sind und sich übel den Kopf angeschlagen haben. Gebroche Gliedmaßen waren auch dabei. Drum waren wir skeptisch. Bis wir auf der Fahrt durch die Wüste dieser Schönheit begegneten:


Also Kamele sind was ganz Liebes und die sehen auch total knuffig aus. Also irgendwie hatte ich das Gefühl: Kamel und ich, das könnte klappen. Aber oweh! Eine Stunde Kamelsafari für 5 Leute kostet 200 Franken. Schnappatmung bei Marco, Schmollmund bei mir. Also ich will es nicht dramatisieren: wir fanden einen Schweizer Kompromiss: 15 Minuten Kamelreiten für 50 Franken. Macht auch Spaß und schont das Familienbudget.





Nach 15 Minuten waren auch alle ziemlich zufrieden, ausser unser Leonardo: Der hatte schon nach fünf Minuten erklärt, dass er das Kamel total gern hat und noch länger durch die Wüste schaukeln will. Wir waren einigermaßen überrascht, weil unser Leonardo nicht gerade einer ist, der sich spontan für Neues begeistert. Meist braucht er etwas länger. Aber von seinem Kamel war er fast nicht mehr runterzukriegen. Er wollte es mit heimnehmen 🤣
Ansonsten haben wir die Freiheit der Wüste zum Autofahren genutzt. Jeder durfte mal hinters Steuer.



Wir haben sie jetzt alle drei zur Fahrprüfung angemeldet 🤪🤪🤪
Übernachtet haben wir in diesem schnuckeligen Wüstencamp:


Das sah nicht nur von außen wunderschön aus, sondern war auch in den Zelten sehr liebevoll eingerichtet.

Am Abend gabs Kamelspiesse frisch vom Lagerfeuer und die Gastgeber haben für uns gesungen und getanzt. So geht Wüste!


Irgendwann wurde es Nacht in der Wüste und alle zogen sich in die Zelte zurück.

Alle? Nö! Nicht alle!!! Zwei waren schlaflos und zottelten des nachts rauf auf die Düne:


Der Zufall wollte es, dass Gabi in der gleichen Nacht grad nebenan im Nachbarcamp logierte. Immer wenn der Wüstensand eine Wolke Mobilfunk in unsere Abgeschiedenheit wehte, kommunizieren wir kurz miteinander. Am nächsten Vormittag machten wir uns auf den Weg zu ihnen, um uns zu verabschieden. Ab hier würden sich unsere Wege trennen – dachten wir zumindest 😂 Nach einer größeren Suchsafari durch den Wüstensand, fanden wir das Camp endlich. Bei arabischem Kaffee und Datteln brachten wir unsere Omanerlebnisse auf den aktuellen Stand und machten noch dieses tolle Gruppenfoto:

Wie der Zufall so spielt, begegneten wir uns 2 Tage später dann noch ein allerletzten Mal. Wir sassen gerade beim Frühstück und planten den aktuellen Tag. Wir wollten die Wahiba Wüste in Richtung Schildkrötenstrand (Ras-al-Jinz) verlassen und da schauen wir immer spontan, was wir unterwegs so machen könnten. Wir entdeckten das Wadi Bani Khalid, welches quasi am Weg lag. Das war gerade beschlossene Sache als Marco plötzlich laut lachte. Er hatte soeben mit Andi, Gabis Mann, kommuniziert und sie sind auch unterwegs zum gleichen Wadi.
Wadi Bani Khalid
Wadi Bani Khalid Ist die grösste Touristenfalle im Oman. Sozusagen das Venedig Arabiens. Wir haben selten so viele Touristenmassen auf einem Haufen gesehen. Wir waren maximal geschockt. Ich hasse Menschenmassen und wäre am liebsten umgekehrt, aber da kam uns schon Gabi mit Familie entgegen. Die waren auch sichtlich geschockt, nahmens aber mit Humor. Sie empfahlen uns noch den obersten der 3 Pools zum Baden. Es sind wohl drei Pools und nach hinten ins Wadi werden diese immer wärmer. Das war ein wichtiger Hinweis. Wir – also vor allem Marco – haben nicht gern kaltes Wasser. Bei Marco ist diese Aversion so ausgeprägt, dass er sogar in die Badewanne mit Neoprenanzug gehen würde.
Aber zurück zum Wadi. Nachdem wir uns von Gabis verabschiedet hatten, gingen wir uns die Pools mal anschauen. Wir kamen nur langsam voran, die Wege waren alle überfüllt.

Unterwegs kamen wir noch an diesen Relikten des Massentourismus vorbei:


Im hintersten Pool gab es leider keine Stehplätze mehr für uns, also gingen wir etwas weiter hinter ins Tal. Dort waren wir zwar auch nicht ganz alleine, aber wir konnten wieder etwas atmen. Und da fanden wir die Quelle des Wadis. Das Wasser kommt hier nicht aus den Bergen, sondern es blubberte unter diesem Felsblock hier hervor:

Und das Wasser war richtig schön warm, sicher so im die dreißig Grad. Ahhhhh, was für eine Wohltat! Allerdings hatten wir auch diese Quelle nicht ganz für uns alleine. Die war nämlich schon besetzt. Von einer Kröte 🧐
Also das Rätsel mit dem warmen Grundwasser konnte ich am Abend noch klären. Der ChatGPT – der jetzt wieder mit mir redet, er ist wohl nicht so nachtragend – erklärte das so: das Grundwasser kommt mit einer Temperatur von 25-30 Grad aus dem Boden und kühlt sich dann schnell ab. Darum waren auch die weiter unten liegenden Wadi-Pools deutlich kälter.
Schildkrötenstrand
Die südwestliche Küste um Ras-al-Jinz ist ein riesiges Schildkrötenreservat. Sechs der sieben weltweiten Meeresschildkrötenarten kommen hier an den Strand, um ihre Eier zu legen. War ja klar, dass wir da hin müssen.
Wir merkten allerdings schnell, dass das mit den Turtles nicht so einfach werden würde. Die Strände sind von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang gesperrt. Das Monopol für geführte Schildkrötentouren hat ein grosses Touristenressort, welches für die Touren horrende Preise verlangt. Für uns bedeutet das: horrende Preise mal 5 Personen. Ne, sorry. Das lag jetzt echt nicht drin. Wir mussten eine andere Lösung finden.
Und da nutzten wir den Tag, um die Gegend mal zu observieren. Dabei kamen wir an den östlichsten Punkt des Oman:

Wir fanden viele seltsame Dinge am Strand:




Wir fuhren noch zu einem Strand weiter nördlich und trafen dort einige gutgelaunte Fischer, die irgendein beissfreudiges Nagetier aus dem Fischernetz befreien wollten. Marco war auch grad gut gelaunt und unterhielt sich mit den Fischern. Nach dem üblichen Smalltalk, was sie denn so gefischt hätten und wann sie wieder rausfahren, kam Marco langsam auf den Punkt. Wie das denn so wäre mit den Schildkröten. Ah, ihr wollt Schildkröten sehen? Da seid ihr zu früh dran. Die kommen frühestens um 8, um 9. Also wenn ihr jetzt was essen geht und nachher zurückkommt, könntet ihr Glück haben. Hmmm. Aber der Strand ist doch dann gesperrt.
Ah geh! So’n Schmarrn. Wir sind ja auch hier.
OKAY….
Wenn die das so sagen…
Da wollen wir jetzt mal nicht lang herumdiskutieren und die Sache unnötig verkomplizieren.
Um es kurz zu machen: nach dem Nachtessen zogen wir uns warm an, fuhren selbstbewusst an diesem überdimensionalen Verbotsschild vorbei

und schlichen unauffällig und mit ausgeschalteten Stirnlampen in völliger Dunkelheit und Stille runter an den gesperrten Schildkrötenstrand. Und staunten nicht schlecht.
Also wie soll ich das jetzt formulieren…
Am besten so: am Strand war eine rege Begängnis. Nachdem sich unsere Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnt hatten, entdeckten wir überall dunkle Gestalten. Wir Neuankömmlinge wurden misstrauisch beäugt. Aber nachdem sie uns als Gleichgesinnte identifiziert hatten, fingen die leisen Gespräche wieder an.


Unsere Kids entdeckten nach einiger Zeit Biolumineszenz in der Brandungszone – also leuchtende Punkte auf dem Sand und da waren sie ziemlich begeistert und machten ein riesen Herrjeh. Plötzlich sah ich aus den Augenwinkeln, wie sich die Menschen rundherum schnell auf uns zu bewegten und ich kriegte es schon mit der Angst zu tun – bis ich checkte dass die alle dachten, wir hätten eine Schildkröte entdeckt. Haha! Das kannste dir nicht ausdenken 🤣🤣🤣


Leider gab es in dieser Nacht keine Schildkröten. Wir blieben etwa 2 Stunden dort und kamen am nächsten Tag noch mal am Vormittag vorbei (also ganz legal). Wir entdeckten keine Schildkrötenspuren, die zu einem Gelege führten und müssen wohl irgendwie enttäuscht ausgesehen haben. Denn plötzlich kam ein Junge daher und hatte etwas in der Hand, etwas kleines schwarzes Zappelndes. Irgendwo hatte er das Baby aus einem Gelege ausgegraben und die Kinder durften es ins Meer begleiten.




Und das Turtlebaby wusste ganz genau, wo es hin musste und zappelt energisch in die genau richtige Richtung: directement zum Meer. Adieu kleine Schildkröte! Good Luck!!!

As-Sifah – ein Strand hat seine Tücken
Und damit kommen wir zur letzten Etappe unserer Reise. Wir wollten die letzten drei Nächte noch irgendwo am Meehr verbringen. Nicht weit von Muskat, weil wir ja noch den Schnorcheltrip auf die Daymaniyat Islands machen wollten. Den Ausflug hätten wir ja schon am Anfang unserer Reise gemacht, aber dann wurde er wegen schlechten Wetters abgesagt. Hehe, wenn die wüssten, was schlechtes Wetter ist! Die sollen mal in die Schweiz kommen!!!
Aber zurück zum Thema: wir organisierten eine Unterkunft in As-Sifah, einem ehemaligen Fischerdorf am Golf von Oman. Ehemals deshalb, weil man südlich des beschaulichen Dorfes eine riesige Ferien- und Wochenendanlage für die reichen Hauptstädter gebaut hatte. Also „lieblos hingeklatscht“ trifft die Situation irgendwie besser. So ungefähr das diametrale Gegenteil von sanftem Tourismus. Das Verblüffende daran: von der Überbauung aus gab es quasi keinen Zugang zum Strand, obwohl sie am Stand lag. Wir haben es dann mal gewagt, dort einen Weg zu finden und mussten uns über einen Golfplatz und durch die Dünung quetschen, um an einen hässlichen Strand mit groben Steinen zu gelangen. Im Wasser sahen wir massenweise Seeigel und da war klar: wir müssen das Auto nehmen.
Und da kommen wir jetzt langsam zu der Geschichte mit dem Auto. Und das ging so:
Auto in Not
Ich hatte auf Google Maps einen feinen Sandstrand etwas nördlich unseres Dorfes entdeckt und so wie es aussah, führte eine Straße direkt bis zu einer Klippe, an der man sicher gut schnorcheln kann. War so die Idee. Wir kamen ans nördliche Ende von As-Sifah und mussten mit Schrecken feststellen, dass die Strasse hier irgendwie abrupt endete. Blöd!
Also zurück ins Dorf, da gab es doch noch diese Abzweigung. Und das sah auch zunächst recht vielversprechend aus. Wir tschumpelten über einen Parkplatz und hätten wir das Auto hier stehen gelassen… na, ihr wisst schon. Aber GENAU da, wo wir hin wollten, standen einige Autos herum und Omanis machten dort gemütlich Picknic. Wenn die es dort hinter geschafft haben, dann können wir das auch! Immerhin hatten wir den Wahiba-Sands-Test vor einer Woche ja auch schon bestanden. Wir waren zuversichtlich und Marco gab Gas…
… als sich die Spuren im Sand plötzlich verzweigten.
Und ich hörte mich noch sagen: „Rechts sieht besser aus!“ und Marco fuhr links – war ja klar!
Und dann ging es plötzlich nicht mehr weiter und ich frag noch so nichts ahnend, warum er an so einer blöden Stelle hält, wir stehen total schief und hier gibt’s auch gar nichts Spannendes zum Gucken… als ich Marcos gequältes Gesicht sah.

Sch… Nicht wirklich, oder? Ich will einfach nur Schnorcheln gehen!
Alle aussteigen und Steine suchen!
Aber weder die Steine noch die Fußmatten brachten eine Wirkung. Nix zu machen. Das eine Vorderrad grub sich immer tiefer in den Sand, das Auto bewegt sich keinen Milimeter! Mit hängenden Schultern stapfte Marco rüber zum Dorfende. Dort standen 2 bullige Jeeps und einige Männer sassen zusammen. Ich sah, wie Marco mit ihnen redete, dann guckten die Männer zu uns rüber und lachten. Blödmänner! Aber dann gingen beim einten Jeep die Scheinwerfer an und Marco spurtete zurück zu uns. Der Jeep hinterher.
Und dann ging es zackig. Hier waren Vollprofis am Werk!!!

Einer liess sämtliche Luft aus unseren Reifen, ein anderer montierte am Bug unseres Hyundai einen Metallring, den er irgendwo aus der Heckklappe unseres Autos zauberte, der nächste kam mit einem nagelneuen leuchtorangen (bis dato noch ungenutzten) Abschleppseil daher. Ganz viele Schaulustige hatten sich eingefunden. Yeah! Endlich mal was los am Strand. Die Krönung waren holländische Touristen, die dahergefahren kamen und mich fragten: „Need help?“ Neee, alles klar. Wir werden schon geholfen 🤪
Und dann ging es zackig: das orange Abschleppseil hob sich, unser Hyundai schwebte über den Sand und schon war alles erledigt.

Dann gab es noch Tipps, was man tun muss, wenn man sich festgefahren hat und wie wir vom Strand wieder zurück kommen. Öhm, das war genau der Punkt. Hyundai stand jetzt mitten auf dem Strand. Wie kriegen wir den denn da wieder weg??? No Problem! Ihr müsst nur den Weg wieder zurück und mit Schwung die Hügelkuppe wieder rauf. Wir guckten skeptisch auf das Loch im Sand, in dem unser Auto vor einer Minute noch hoffnungslos feststeckte. Unsere Retter – echte Offroad-Profis – machten uns Mut. Mit Schwung da rauf und durch den Walk of Shame. Walk of Shame! Wie geil war das denn? Also die Omanis haben einen coolen Humor! Genau mein Ding 💪
Okay, wo wir schon mal da sind, können wir auch noch in Ruhe schnorcheln gehen. Unsere Retter sind ja da und die haben uns im Blick. Also rein in die Fluten, bevor die Sonne untergeht. Und das war auch nicht ganz ohne. Ich schnorchelte friedlich vor mich hin, als sich unter mir ein eigenartiger, riesiger Rochen niederliess. Seit ich mal gelesen habe, dass Rochen mit ihrem Stachel gezielt zustechen können, habe ich Respekt vor denen. Also versuchte ich, ein bisschen zur Seite zu schwimmen und auf Schweizer Art etwas Platz zu machen, als ich einen Krampf im Fuss bekam. So Krämpfe sind extrem mühsam und die schnellste Art, sie weg zu bringen, ist, den Fuss auf den Boden zu stellen. Super Idee! Der Boden unter meinen Füßen bewegte sich und aus einer Staubwolke stieg einer dieser monströsen Rochen auf, und der sah gewaltig verärgert aus. Vor Schreck war der Krampf grad weg und als sich der Staub auf dem Meeresboden legte, sah ich überall Augen, die mich böse anstarrten. Was soll ich sagen, also der ganze Meeresboden hier wimmelte von diesen Monsterrochen!!! Ich war grad gar nicht mehr entspannt und guckte, ob ich irgendwo den Lorenzo finde. Der kam auch schon arglos dahergeschwommen. Ich wies ihn an, auf keinen Fall den Grund zu berühren, hier ist alles voll mit riesigen Rochen. Also wir haben den Schnorcheltrip knapp überlebt und konnten uns heil an den Strand retten. Am Abend fand ich dann heraus, dass es sich um sogenannte Schmetterlingsrochen handelte. Und hier noch das Foto zum Tier:



Platte Reifen
Hatten wir ja nach der Rettungsaktion auch noch. Wir wussten, dass es in As-Sifah keine Tankstellen gab und am nächsten Tag mussten wir 150 km nach Muskat fahren. Also das Problem mussten wir heute Abend noch irgendwie gelöst kriegen. Wir fuhren zum einzigen Ort in As-Sifah, wo wir jemanden kannten – unserer Stammkneipe – und fragten nach Reifenluft. Nööööö. Is nich. Müsst ihr nach Yiti, eine halbe Stunde weg von hier.
Echt jetzt?
Wir konnten uns das nicht vorstellen und fuhren rüber zum Barberhop. Dort pumpte grad jemand einen Veloreifen und Marco fragte allen Ernstes, ob er die Pumpe mal kurz ausleihen könne. Aber da kam schon der Barber daher und war not amused. Er schickte uns zum Retail-Laden gleich nebenan. Der kam auch sofort angerannt und ging mit fachmännische Blick ums Auto. Kein Problem! Er telefoniert seinem Bruder und der kommt mit der Pumpe. 10 Minuten! Wir waren skeptisch. Aber schon nach fünf Minuten kam ein Auto daher und hielt direkt hinter unserem. Der Bruder kam mit einem schwarzen Täschli daher. Uns schwante Übles und Marco gab zu bedenken, dass es eine Druckluftpumpe mit Kompressor brauchte. Der Barber guckte Marco ungläubig an und zauberte aus dem unscheinbaren Täschli eine nagelneue, wunderschöne rote Pumpe hervor, mit Digitalanzeige. Beim anschliessen an die Autobatterie stellten alle fest, dass der Schlauch mit dem Ventilanschluss fehlte. Aber auch hier wieder: kein Problem! Eine Minute später tauchte aus den Tiefen des Dorfes der gesuchte Schlauch auf und schon hatten unsere Reifen wieder Luft. Mittlerweile hatte sich das halbe Dorf um diese Szene versammelt und staunte und fachsimpelte. Ein riesen Erlebnis. Offenbar passiert hier nicht so oft irgendwas.


Jedenfalls waren alle super nett, wollten partout kein Geld für ihre Aufwendungen und luden uns sogar noch zu sich nach Hause zum Essen ein. Was wir leider leider ablehnen mussten. Wir waren vom Schnorcheln völlig versalzen und nass und ausserdem mussten wir am nächsten Morgen extrem früh raus. Wir hatten nämlich um halb 9 einen Termin in Muskat:
Daymaniyat Islands
Was eigentlich für den ersten Tag unserer Reise geplant war, fand nun am letzten Tag statt. Die Daymaniyat Islands sind eine minikleine Inselgruppe etwa 20 Kilometer vor der Hauptstadt Muskat im Golf von Oman. Es gilt als das Galapagos des Omans und ist nur einige Monate im Jahr für Touristen zugänglich. Von Mai bis Oktober gilt ein Betretungsverbot. Ansonsten sind sie komplett unbewohnt und der Zugang wird streng überwacht.


Wir machten 2 Schnorchelgänge und waren nachher hoffnungslos unterkühlt. Es ist Winter, sogar hier im Oman. Aber die Unterwasserwelt hat sich nicht weiter daran gestört. Wir fanden hier die grösste Ansammlung an Meeresschildjröten. Und hier noch einige Impressionen:





Und damit schließe ich das Kapitel Oman. Wir sind wohlbehalten in Zürich gelandet und versuchen es jetzt irgendwie bis Ipsach zu schaffen, ohne unterwegs zu erfrieren. Euch allen wünschen wir ein gesundes Neues Jahr! Macht das Beste daraus und: ihr dürft hier gern einen Kommentar hinterlassen! Tschüss! Und noch einallerletztes Foto:

5. Januar 2026 um 12:41
Fühle mich gerade zurück versetzt in den wunderschönen Oman:-) War cool euch unterwegs getroffen zu haben. Bei einem Glas Wein die Ferienerlebnisse zu teilen müssen wir schleunigst planen:-)
5. Januar 2026 um 13:54
Liebe Familie Rocchi, ganz herzlichen Dank für das Teilen eurer Abenteuer und die tollen Fotos! Es war ein Vergnügen, eure Berichte zu lesen. Willkommen zurück im kalten Zuhause!
Herzliche Grüsse
Fam.R.Arn
7. Januar 2026 um 22:06
Danke, dasmer wider hei dörfe mitreise. Oman schint e guete Tipp gsi si – heit bis ufs Cliff-Dive ou fasch aus überno 😜 … schint aber ou chüeler gsi dsi aus denn bi üs.
Guete Start is nöie Jahr u bis gli 😘